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...Sie springen aus dem Flugzeug und bemerken nach einiger Zeit, dass sich der Fallschirm nicht öffnet. Sie sollten noch einmal die schöne Aussicht geniessen und die Fünf-Minuten-Satiren lesen. Viel Spaß beim Lesen!

Schwere Gedanken

Fingerlos wollte Streckfuss wieder einmal aufsuchen. Er hatte ihn einige Jahre nicht gesehen. Fingerlos kam zu spät. Streckfuss – ein hoffnungsvoller junger Politiker - sei vor kurzem von einem schweren Gedanken erschlagen worden, wurde ihm gesagt. Kein schöner Tod, dachte Fingerlos. Es ging sehr schnell, Streckfuss habe nicht lange leiden müssen. Einige Tage später sah Fingerlos eine Sendung über Vorsorgeuntersuchungen. Empfehlenswert sei ein Gedankencheck beim Hausarzt für jeden Bürger. Der könne feststellen, ob man gefährdet sei, von schweren Gedanken erschlagen zu werden. Diese Vorsorgeuntersuchung sollte eigentlich jeder in Anspruch nehmen, zumal die Kosten hierfür die Krankenkassen übernehmen. Es gibt für diese Untersuchung einen speziellen Scanner, den der Arzt an den Kopf des Patienten hält. Das Ergebnis kann man gleich am Bildschirm betrachten. Manchmal rutschen die schweren Gedanken auch tiefer. Deshalb ist es nötig, dass der Arzt den Scanner auch in Bauchhöhe hält. Zwei Wochen später ging Fingerlos zur Untersuchung. Das Ergebnis erfuhr er gleich: Bei Ihnen ist ein schwerer Gedanke im Frühstadium zu erkennen, sagte der Arzt. Ich verschreib Ihnen etwas. Gut, dass Sie so rechtzeitig gekommen sind. Ein Paar Monate später wär´s vielleicht zu spät gewesen. So ein kleiner Gedanke kann plötzlich explosionsartig anschwellen und dann wären Sie erschlagen worden. Unglaublich, sagte Fingerlos. Ja, das ist wirklich unglaublich. Beinahe hätte ich es vergessen, rief der Arzt. Nehmen Sie doch bitte dieses Informationsblatt mit und überlegen Sie sich das einmal. Versichern Sie sich gegen schwere Gedanken, und Ihnen kann nichts passieren, las Fingerlos.
Uwe Zabel